Plötzlich stehst du still: ein fremder Laut mischt sich unter die vielfältigen Geräusche, die um dich sind. Du stehst und marterst dein Hirn um ihn einzuordnen diesen neuen Laut. Doch du findest die klärende Gedächtnisstelle nicht, da du diesen Ton unbewußt empfandst.

Nun streckst du deinen Kopf, wendest ihn hin nach allen Seiten. Deine Augen wandern in die Umgebung streifen das frühlingshafte Blau des Himmels in Dutzenden von Kilometern. Der sanfte Wind streichelt deine Haut, fährt dir durchs Haar und lässt es lustig flattern.

Und plötzlich - gleichzeitig erfassen Auge und Ohr wonach du suchst. Ein kleiner schwarzer Punkt sendet den nun altbekannten Laut und im Näherkommen bestätigen es die Augen - Du hast die erste Schwalbe gehört und gesehen.

Du stehst noch ein Weilchen still, schaust ungläubig dem schnellen Flieger hinterdrein, vernimmst sein herrliches Lied.

Und auf einmal spürst du deinen Puls. Voller Lebenslust möchtest du die ganze Natur umarmen.

Dann gehst du nachdenklich den Lindenweg entlang verschließt dein Ohr allen anderen Geräuschen, um das Lied der ersten Schwalbe rein und klar in dich aufzunehmen.

Deinen Kindern wirst du sagen: Die erste Schwalbe ist da. Dabei erinnerst du dich, dass in der eigenen Kindheit dann die Zeit nicht mehr fern war als man barfuß laufen durfte und musste...